ERNÄHRUNG || Jod

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Jod Tagesbedarf

Säuglinge40-80 μg
Kinder, 1-9 Jahre100-140 μg
Kinder, 10-12 Jahre180 μg
Jugendliche und Erwachsene200 μg
Erwachsene über 50180 μg
Schwangere230 μg
Stillende260 μg

μg: Mikrogramm, 1000 μg = 1 mg, 1000 mg = 1 g

“Der menschliche Körper kann Jod nicht selbst produzieren und auch nur begrenzt speichern. Jod ist ein essentielles Spurenelement. Das heißt: Das vom Körper benötigte Jod muss regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden. Es gelangt über den Magen-Darm-Trakt passiv ins Blut und von dort aktiv in die Schilddrüse.”[1].

Sollte man Jod supplementieren?

Ich persönlich bin kein großer Freund von Nahrungsergänzungsmitteln und denke, dass man versuchen sollte möglichst alle Nährstoffe, die wir brauchen durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu decken.

Jod ist meiner Meinung nach eines der wenigen Nährstoffe, die selbst bei einer sehr guten Ernährung mit der gesunden Nahrungsaufnahme nicht ausreichend gedeckt wird. Der Tagesbedarf an Jod liegt bei Erwachsenen bei 200 Mikrogramm/Tag. In Deutschland soll es eine durchschnittliche tägliche Unterversorgung von Jod von 60-80 µg/Mikrogramm geben. Diese Einschätzung scheint realistisch, wenn man sich die geringen Jodmengen in Lebensmitteln anschaut. Es sei denn Algen und Milch würden auf Ihrem täglichen Speiseplan stehen.

Selbst in fettem Fisch wie dem Hering sind durchschnittlich gerade einmal 20 Mikrogramm Jod pro 100 g enthalten. Milch enthält, auch durch die mit Jod angereicherte Nahrung der Kühe, durchschnittlich 120 Mikrogramm Jod pro Liter. Allerdings gibt es immer mehr Menschen mit Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, die kaum Milchprodukte zu sich nehmen oder Menschen, die keinen Fisch essen. Ich höre immer wieder von Menschen, die den Konsum von Algen und Fisch wegen der möglichen Schwermetall-Belastung ablehnen. Für diejenigen zeigt das Video oben eine Alternative: natürliches Wasser, das natürlicher Weise reich an Jod ist.

Jod ist nicht gleich Jod

Ich begann also Salz mit Jod zu kaufen und stellte mir als ernährungsbewusste Konsumentin die Frage:

Ist das Jod, mit dem das Salz angereichert ist denn natürliches Jod? Nein, es ist chemisch hergestelltes Jod, das auch eine andere chemische Struktur als natürliches Jod besitzt. Ich habe mich daher gefragt, welche negativen Einflüsse dieses chemisch hergestellte Jod haben könnte, und habe auf den Kauf von jodiertem Speisesalz verzichtet. Und so musste ich dann eine andere, natürliche Jodquelle finden, um meinen Jodbedarf zu decken. Da ich keine Unmengen an Milchprodukten oder ein Kilo Fisch am Tag zu mir nehme, muss ich Jod ein wenig widerwillig supplementieren.

Vorsicht vor Überdosierung

Ich habe mich für ein BIO Algenpräparat „Norwegischer Kelp“ entschieden und hier gibt es doch einiges zu beachten, denn wie viele andere Supplements ist auch dieses Präparat von der Kapselabfüllung her überdosiert. Ich nehme ja einen geringen Teil an Jod täglich über die Nahrung auf, daher muss nur noch der Anteil supplementiert werden, der nicht durch die Nahrung gedeckt ist. Also warum füllen Hersteller von Supplements den gesamten Tagesbedarf an Jod (Erwachsene: 200 Mikrogramm/Tag) in einer Kapsel ab? Das führt zwangsläufig zu einer Überdosierung, was wiederum gesundheitsgefährdend für unseren schönen Körper ist.

Wie viel Jod brauchen wir am Tag?

„Erwachsenen bis 51 Jahre empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine Zufuhr von 200 Mikrogramm, älteren Menschen 180 Mikrogramm pro Tag. Damit Schwangere und Stillende ausreichend Jod zuführen, wird ihnen nach Rücksprache mit dem Arzt empfohlen, Jodtabletten mit 100-150 Mikrogramm pro Tag einzunehmen.”[2].

Erhöhter Jod-Bedarf in der Schwangerschaft (230  μg) und Stillzeit (260  μg)

„Von der Verwendung getrockneter Algen- bzw. Tangpräparate mit möglichen exzessiv hohen Mengen an Jod wird Schwangeren abgeraten, da die Gehalte nicht standardisiert sind.”[3].

“In der Schwangerschaft steigt der Wert für die empfohlene Jodzufuhr von 200 Mikrogramm/µg auf 230 µg pro Tag an.”[4]. In der Stillzeit sind es sogar 260 µg pro Tag.

“[…] sollten Schwangere täglich 100 (–150) μg Jodid als Supplement einnehmen. Diese Menge entspricht dem unteren bis mittleren Bereich der in den Mutterschafts-Richtlinien genannten und als sicher angesehenen Spanne (100–200 µg/Tag) der Jodsupplementierung in der Schwangerschaft.”[5].

Vorsicht auch in der Schwangerschaft

“Mehrdosierung vermeiden

Nimmt die Schwangere andere Nährstoffpräparate ein, die entsprechende Mengen an Jod enthalten, sollten keine zusätzlichen Jodsupplemente eingenommen werden. Von der Verwendung getrockneter Algen- bzw. Tangpräparate mit möglichen exzessiv hohen Mengen an Jod wird abgeraten, da die Gehalte nicht standardisiert sind.”[6].

Quellen

[1] https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/funktion-der-schilddruese/bedeutung-des-jod-fuer-die-schilddruese/.

[2] https://landeszentrum-bw.de/,Lde/Startseite/wissen/jod-zu-wenig-zu-viel-oder-doch-gut-versorgt.

[3] https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-fachkreise/familien-vor-und-in-der-schwangerschaft/nachgefragt/brauchen-schwangere-zusaetzlich-jod/, [4] Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Gesundheitliche Risiken durch zu hohen Jodgehalt in getrockneten Algen. Aktualisierte Stellungnahme Nr. 026/2007.“.

[4] https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-fachkreise/familien-vor-und-in-der-schwangerschaft/nachgefragt/brauchen-schwangere-zusaetzlich-jod/, [1] Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung: D-A-CH Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Neustadt an der Weinstraße. 1. Auflage, 4. korrigierter Nachdruck ed. Frankfurt am Main: Umschau/Braus; 2012.

[5] https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-fachkreise/familien-vor-und-in-der-schwangerschaft/nachgefragt/brauchen-schwangere-zusaetzlich-jod/, [3] Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen: Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung („Mutterschafts-Richtlinien“). Bundesanzeiger 2010;75:1784.

[6] https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-fachkreise/familien-vor-und-in-der-schwangerschaft/nachgefragt/brauchen-schwangere-zusaetzlich-jod/, [4] Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Gesundheitliche Risiken durch zu hohen Jodgehalt in getrockneten Algen. Aktualisierte Stellungnahme Nr. 026/2007.

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