Port de Sóller & das Tal von Sóller

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Port de Sóller

ist die größte Bucht an der Westküste Mallorcas. Sie liegt circa 190 km Luftlinie vom spanischen Festland, der Stadt Barcelona, entfernt. Von Algier, der Hauptstadt Algeriens in Nordafrika, bis zum Port sind es circa 330 km Luftlinie. Nachdem die aus Nordafrika stammenden Mauren 902 nach Chr. die Insel besiedelten, wurde unter ihrer Herrschaft das umliegende Land kultiviert. Intelligente Bewässerungssysteme und der großflächige Bau von Terrassen machen das Tal von Sóller bis heute zu einer Oase aus Olivenhainen, Orangenbäumen und Zitronen. Aus der arabischen Sprache stammt auch der Name Suliar, später Sóller, welcher Tal des Goldes oder Muschel bedeutet, denn die Bucht sieht aus wie eine Muschel.

Blick vom Cap Gros bei Sonnenaufgang
Blick vom Cap Gros bei Sonnenaufgang
Terrassenfelder

…sieht man häufig in den Bergen, wenn dort Landwirtschaft betrieben wird. In Tramuntana zieren sie ganze Berglandschaften, die aus der Zeit der Mauren stammen. Der Trockenmauerbau, der bei dem Errichten der Terrassenfelder angewandt wird, ist eine Handwerkskunst, die von den Mallorquinern bis heute bewahrt wird. Bei der Acker- und Feldarbeit fallen zuhauf lose Steine an, die zunächst zusammengetragen werden. Bei dem Bau der Terrassen werden Mauern aus den Steinen aufgeschichtet, ohne Bau- oder Bindestoffe wie Mörtel zu verwenden. Die aus den Feldsteinen gebauten Trockenmauern bremsen den Wasserlauf und verteilen das Wasser großflächig. Zusätzliche Wasserbecken fangen überschüssiges Wasser auf und dienen als Wasserspeicher aus dem das umliegende Land bewässert wird. Zudem stützen die Trockenmauern die Terrassenstrukturen bei intensiven Regenfällen.

Piraterie
Port de Sóller bei Sonnenuntergang, ©09/2016 Nico Schmidgall
Port de Sóller bei Sonnenuntergang, ©09/2016 Nico Schmidgall

 

Im späten Mittelalter plünderten Piraten aus Nordafrika die Küstensiedlungen Mallorcas. Sie machten dabei keinen Halt vor den Inselbewohnern, welche sie auf ihren Raubzügen entführten und sie in Sklaverei verkauften. Bis heute zeugen Türme alter Landgüter von dieser tragischen Epoche, in der tausende Inselbewohner verschleppt wurden. In den Türmen, welche in den Landhäusern verbaut sind, suchten die Bewohner Schutz vor den Angriffen der Piraten.

Volksfest Es Firó

Am 11. Mai 1561 wurden schätzungsweise 1800 Mann starke Piraten-Truppen von den Sollerics, wie sich die Einwohner der Gemeinde Sóller nennen, mit Unterstützung aus Bunyola, Santa Maria und Alaró, besiegt. In Erinnerung an diesen Sieg wird bis heute das Fest Es Firó am zweiten Mai Wochenende gefeiert. Circa 50 Jahre später, im Jahr 1623, entstand der Wehrturm Torre Picada, welcher Teil der fünfundachtzig Beobachtungs- und Wehrtürme, zur Piraten-Verteidigung, der Insel war.

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